Angespannte Lage – der Immobilien-Stimmungsindex des 3. Quartals von ZIA und IW bestätigt Abwärtstrend
Jedes Quartal erheben ZIA (Zentrale Immobilien Ausschuss) und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) gemeinsam den sogenannten Immobilien-Stimmungsindex, kurz ISI. Damit lässt sich die Stimmung des deutschen Immobilienmarktes in allen Assetklassen bemessen und bewerten. Immobilieneigentümer können damit u. a. die wirtschaftliche Situation ihres Eigentums besser einschätzen.
Die Stimmung im Herbst ist weiter angespannt
Dem Index liegt eine Befragung von 1.200 Immobilien-Unternehmen zugrunde. Das Ergebnis der Umfrage des 3. Quartals: die Lage bleibt weiterhin spürbar angespannt. Die ökonomische Gesamtlage bestimmt also weiterhin den Stimmungsindex. Nach dem ersten Rutsch in die negativen Indexzahlen im Vorquartal bestätigt sich also im Herbst die Wahrnehmung der Befragten, wenngleich sich die Stimmung gegenüber dem vorigen Quartal leicht verbessert hat. Insgesamt bleibt sie mit einem Wert von 0,3 Punkten, aber auf niedrigem Niveau.
Schlechte wirtschaftliche Lage erhöht Belastungen
Bereits im Vorquartal sank das Immobilienklima zum ersten Mal ins Negative (im Vergleich zum Vorquartal von 30,7 auf -5,5). Damit bestätigte sich bereits im Sommer, dass es um die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Immobilienunternehmen deutlich schlechter stand als zu den Hochzeiten der Corona-Pandemie. Während in dieser Zeit Betongold als krisensichere Währung galt, fürchten derzeit viele Marktbeteiligten die Folgen der Inflation, steigenden Zinsen und der Vorfinanzierung steigender Energiepreise.
Einschätzung der Studie:
Im Index führt daher die Einschätzung bezüglich der Lage der Unternehmen gegenüber dem Vorquartal zu nur 21,8 Punkten – noch vor einem Jahr lag dieser Wert bei 71,7.
Sprengnetter bestätigt Stimmung – Verkaufspreise sinken
Parallel verkündet auch Sprengnetter mit den Transaktionszahlen des 3. Quartals, dass die Kaufpreise für Wohnimmobilien gegenüber dem 2. Quartal deutlich gefallen sind: Bei den Einfamilienhäusern um -3 Prozent, bei den Eigentumswohnung sogar um -4 Prozent.
„Das Gefühl vieler Marktakteure, dass die Preise nachgeben, täuscht nicht“, bewertet Christian Sauerborn. „Die Kaufpreise sind tatsächlich signifikant gefallen.“
Immerhin, – der Erwartungswert des Stimmungsindex hat sich leicht erhöht und liegt aktuell bei
-21,2, im Sommer waren es nur -42,9.
„Die Unternehmen blicken mit Sorge auf die Gesamtlage. Sie erwarten aktuell allerdings mehrheitlich keine wesentliche weitere Verschlechterung“, kommentiert Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte beim IW Köln, die Ergebnisse.
Die Branche fordert investitionsfreundliches Klima, um den Markt zu unterstützen
Doch die Branche resigniert nicht. Im Gegenteil – sie rüstet sich verstärkt insbesondere für die steigenden energetischen Anforderungen. Das Ziel: Den Klimawandel abbremsen und Energiekosten senken.
Ergebnis der Sonderfrage
Zu diesem Ergebnis kommt die Auswertung der Sonderfrage zur eigenen Energieerzeugung. Demnach werden Immobilienunternehmen zunehmend selbst energetisch aktiv oder planen es für die Zukunft – mit Anlagen wie Solardächern oder Pellet-Heizungen:
• 38,6 Prozent der befragten Unternehmen nutzen solche Möglichkeiten bereits
• 59,3 Prozent planen den Einsatz
„Die Gesamtlage ist ernst, komplett unabänderlich ist sie nicht“, bewertet Dr. Andreas Mattner, Präsident des Spitzenverbandes der deutschen Immobilienwirtschaft ZIA die Ergebnisse. Er fordert einen Deckel bei den Gaspreisen und fordert: „Das Veränderungstempo muss unbedingt dem Ernst der Lage angepasst werden. Unser Hauptanliegen: Anpacken. Jetzt.“
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Quelle:
ZIA IW Gutachten Q3/2022>
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